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Siegburger Land Heisterbacherrott

KircheKönigswinter St.-Judas Thaddäus

Hl. Judas-Thaddäus, 19. Jh.
Heiliger Judas Thaddäus, hilf´!

Kontakt
(Adresse fürs Navi): Dollendorfer Straße 365, 53639 Königswinter
Das Wallfahrtsbüro liegt direkt rechts neben der Kirche.
Die postalische Adresse des Büros: Oelbergstr. 1,
53639 Königswinter-Heisterbacherrott
Tel.: 02244-80307,
Email: Wallfahrtsbuero.Hrott[æt]kirche-am-oelberg.de

Foto 1
Schild Wallfahrtskirche
Foto: Martin Mölder

In der Nähe von Königswinter steht eine Kirche, die sich seit 1999 offiziell Wallfahrtskirche nennen darf und genau das ist sie, vor allem Ende Oktober.

Von Martin Mölder

Foto 2
Monstranz mit Reliquie des hl. Judas Thaddäus
Foto: Udo Casel

Der 28. Oktober ist der Gedenktag des heiligen Judas Thaddäus, einer der Jünger Jesu und nicht zu verwechseln mit Judas, genannt Ischariot, der Jesus verraten hat. Rund um dieses Datum pilgern viele Gläubige in den kleinen Ort Heisterbacherrott, um vor dem Gnadenbild des Heiligen zu beten, eine Kerze anzuzünden, zu bitten und zu danken. „Die Leute haben meist ein konkretes Anliegen und dann kommen Sie hierhin zum Judas Thaddäus, zum Teil von weither“, sagt Pfarrer Udo Casel, „im Sonntagsgottesdienst sehe ich die eher selten, aber hier in die Kapelle schon.“ Als Udo Casel hierhin kam, war er überrascht, wie viele Busse sich in der letzten Oktoberwoche die hügelige Landschaft bei Königswinter herauf schlängeln. Die Wallfahrtsoktav dauerte eine Woche, jeden Tag gab es zwei Gottesdienste und eine Andacht und jedes Mal war die Kirche voll, erzählt Casel. Mittlerweile kommen nicht mehr so viele Pilgerinnen und Pilger wie früher, aber für manch einen ist der Gang zum heiligen Judas Thaddäus nach wie vor elementar wichtig. „Er ist der Patron für die außergewöhnlichen Anliegen. Der liebe Gott ist vielen zu weit weg, Judas Thaddäus ist ihnen näher, als Fürsprecher ihrer Sorgen und Nöte bei Gott“, erzählt Casel.
Viele, die den Weg hierhin, in die Wallfahrtskirche gefunden haben, sagen, dass der Heilige und seine Fürsprache bei Gott ihnen geholfen haben in schwierigen Zeiten, bei Krankheiten oder auch dem Verlust eines geliebten Menschen. Die erste Frau, die davon berichtet hat, hieß Finette. Sie pilgerte im Jahr 1921 aus Bad Godesberg zum Bild des heiligen Judas Thaddäus aus Dank für die Genesung von einer doppelten Lungenentzündung. Immer mehr Freunde und Bekannte kamen in den folgenden Jahren mit und bereits zehn Jahre später war eine Pilgertradition entstanden, die auch nach dem Zweiten Weltkrieg schnell wieder auflebte. Das führte auch dazu, dass 1965 vor die Kirche, die aus Bruchsteinen, sogenannten Latitquader aus dem Stenzelberg erbaut wurde, als neuen Eingangsbereich die heutige Judas-Thaddäus-Kapelle angebaut wurde. Dort empfängt der Heilige in Öl gemalt (das Bild kam 1896 aus Niederdollendorf als Schenkung hierhin) die Pilgerinnen und Pilger. Auf den ersten Blick einer Jesusdarstellung sehr ähnlich. Wer aber genauer hinschaut, entdeckt, dass Judas Thaddäus Jesus als Medaillon auf seinem Gewand trägt, in Höhe des Herzens. „Eine schöne Symbolik“, findet Udo Casel, „Judas Thaddäus trägt Jesus und die Sorgen und Nöte der Menschen in seinem Herzen. Ich sehe mir das oft und gerne an. Es tröstet, beruhigt und macht Mut.“
Neben dem Gnadenbild in der Nische, die von Säulen und den Steinbögen des ehemaligen Portals umrahmt wird, steht auf einer Steintafel „Sankt Judas Thaddäus, großer Patron der sehr bedrängten und von der Welt verlassenen Menschen.“ Es gibt auch eine Knochen-Reliquie des Heiligen in der Kirche, eingesetzt in eine Monstranz, aber der Pilgermagnet ist eindeutig das Gnadenbild. Jetzt wird nicht mehr an jedem Tag der Wallfahrtswoche, aber immer dienstags und mittwochs um 10 und 15 Uhr, ein Gottesdienst gefeiert, es gibt die Gelegenheit zu beichten und um 13.30 Uhr wird eine Andacht gehalten und davor und danach Kaffee und Kuchen im Pfarrheim. Außerhalb der Wallfahrtswoche findet jeden ersten Mittwoch im Monat um 14.30 Uhr eine Pilgermesse statt, zu der meist 30 bis 40 Gläubige kommen. Pfarrer Udo Casel erinnert sich besonders an einen Pilger, der jedes Jahr Ende Oktober kam. „Dieser Mann kam jedes Mal aus Wien angereist und als er krebskrank nicht mehr reisen konnte, kam seine Tochter sozusagen als Vertretung. Das hat mich sehr beeindruckt.“

Foto 3
Gnadenbild Judas Thaddäus
Foto: Martin Mölder

Erreichbar zu allen Fragen rund um die Wallfahrt zum Heiligen Judas Thaddäus jeweils am 1. Mittwoch im Monat von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr und freitags von 8.30 bis 10 Uhr
Die Wallfahrtskapelle ist montags bis samstags geöffnet von 9:00 bis 17:00 Uhr. Am Sonntag ist ab 10:30 Uhr geöffnet.


Die wichtigsten Zahlen und Fakten

1892 wird die Kirche im neugotischen Stil geweiht.
1896 erhält die Kirche das Ölgemälde des Patrons Judas Thaddäus als Schenkung aus Niederdollendorf.
1921 pilgert eine Frau namens Finette als erste zum Bild des Judas Thaddäus – aus Dankbarkeit für die Genesung an einer doppelten Lungenentzündung. Damit beginnt die Wallfahrtstradition hier.
1965: Anbau der Judas-Thaddäus-Kapelle als neuer Eingangsbereich der Kirche.
1999 wird die Kirche Wallfahrtskirche.

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