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Rheinschiene Beuel-Pützchen

KircheSt. Adelheid

Hl. Adelheid.
In Beuel wird die hl. Adelheid besonders bei Augenleiden (Wasser aus dem sog. Pützchen) angerufen. Ihr Fest wird am 5. Februar begangen.

Kontakt
Hanne-Lore Patt-Vietzke
Karmeliterstr. 6
53229 Bonn
Telefon: 0228 48 21 13
E-Mail: pfarrbuero(at)pfarrei-st-adelheid.de
Öffnungszeiten:
Montag, Donnerstag und Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr und
Mittwoch von 14.00 bis 17.00 Uhr
dienstags geschlossen!

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Pützchen, Pfarrkirche St. Adelheid
Foto: Dr. Jakob Schlafke

In Beuel wird die heilige Adelheid besonders bei Augenleiden angerufen. Ihr Fest wird am 5. Februar begangen, die Oktav liegt um den 8. September (Mariä Geburt). Der berühmte „Pützchens Markt“, zu dem Besucher aus dem gesamten Rheinland kommen, findet nach diesem Fest statt. Die Großreliquien sind 1944 verbrannt, verblieben sind noch verschiedene Kleinreliquien.

Die Verehrung der hl. Adelheid setzte schon bald nach ihrem Tod zu Beginn des Zweiten Jahrhunderts ein, die Wallfahrt nach Beuel datiert aus dem 14. Jahrhundert.“ Seit dem Dreißigjährigen Krieg hat sich die Verehrung von dem Kloster mehr und mehr zum St.-Adelheidis-Brünnchen, zum Pützchen, verlagert. Zwar gelang es der tatkräftigen Äbtissin Amoena Margaretha V. Burdtscheid (1627-1653), das Stiftsgebäude neu zu errichten, die Kirche, besonders das Adelheidischörchen, wiederherzustellen und aus dem Augustinerchorherrn-Kloster in Bödingen die jetzt noch erhaltenen Armreliquien der Heiligen zurückzuerhalten, das Volk aber hatte seine Zuflucht mehr und mehr zum Brünnchen genommen. Hierhin wallfahrtete man, hier wusch man unter Gebet die kranken Glieder, besonders die Augen, und erlangte in vielen Fällen die ersehnte Linderung oder Heilung. Um die Zeit stand dort eine Kapelle.

1684 ließ Kurfürst Johann Wilhelm von Pfalz- Neuburg den Brunnen neu herrichten. 1688 übertrug er den Karmeliten der Niederdeutschen Ordensprovinz die Seelsorge dort. Sie kamen mit zwölf Ordenspriestern und vier Laienbrüdern. 1706 war das Kloster, 1724 die neue Kirche fertig, die dann ihre reiche Ausstattung von dem Kölner Kurfürst Clemens August erhielt und am 28. September 1760 durch Bischof Josef Franz V. Gondala konsekriert wurde. In dieser Zeit wuchs die Zahl der Pilger, die einzeln oder in Prozessionen kamen, immer mehr an. Das ganze Jahr über kamen Pilger, einzeln oder in Gruppen, und beteten in ihren Anliegen, benutzten das Wasser und empfingen die hl. Sakramente. Sehr viele wiederholten ihre Andacht neun Tage lang. Alle gingen getröstet nach Hause, viele geheilt. Dass alle diese das Bedürfnis hatten, St. Adelheid an ihren Festtagen zu ehren und ihr zu danken, ist nur zu verständlich. So kamen um Mariä Geburt, dem 8. September, so viele Menschen zusammen, dass Händler aus nah und fern die Möglichkeit sahen, nicht nur Lebensmittel, sondern auch Haushaltswaren, Bekleidung, ja sogar Vieh zum Verkauf anzubieten; auch Schausteller fanden sich in wachsender Zahl ein. So entwickelte sich der „Pützchens-Markt“, der größte rheinische Volksmarkt, der bereits um 1830 über 1000 Buden und mehr als 50.000 Besucher sah, heute kommen bis zu einer Million Menschen.

Das Volk hat sich die Verehrung seiner heiligen Adelheid nie nehmen lassen. Weder der Bildersturm der Reformationszeit noch die Klosterschließung der Franzosenzeit und auch nicht die wallfahrtsfeindliche Haltung der preußischen Regierung im 19. Jahrhundert konnten sie aus den Herzen der Gläubigen verdrängen. 1827 rettete sogar der Markt die Kirche in Pützchen. Als die preußische Regierung diese abbrechen lassen wollte, um die Unterhaltskosten zu sparen, machte die Gemeinde mit Erfolg geltend, der Markt bringe durchschnittlich 140 Taler Standgeld, und dies sei die Haupteinnahme der Gemeinde. Würde die Kirche abgebrochen, würden die Wallfahrten aufhören und der Markt hätte seine Bedeutung verloren.

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Pützchen, St. Adelheidis-Brunnen
Foto: Dr. Jakob Schlafke
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Pützchen St. Adelheid in der Brunnenkapelle
Foto: Dr. Jakob Schlafke

Der Höhepunkt der Adelheidis-Verehrung war die offizielle Bestätigung von Rom am 27. Januar 1966. Josef Kardinal Frings rief durch ein Hirtenwort vom 8. Juni 1966 die ganze Erzdiözese Köln zur Mitfeier der Festoktav vom 19. bis 26. Juni auf, die er selbst im Kölner Dom eröffnete. Er schrieb: „In ihrer frohen Hingabe an Gott, ihrem liebenden Dienst an der Jugend, an den Armen und den Kranken, ist die heilige Adelheid, diese tatkräftige Frau zu einem Vorbild auch unserer Zeit geworden.“ Schöne moderne Kirchen wurden auf den Namen der Heiligen konsekriert, wie die in Müllekoven, Köln-Brück, in der Konrad-Adenauer-Siedlung, Greuelsiefen und Wissen-Niederhövels.

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