Rundtour städtisch familienfreundlich Bergisches Land
Rundtour, hauptsächlich durch städtisches Gebiet. Entspannt. Anregend. sich einlassen auf das Nazi-Regime, das fast vergessen scheint, die Stolpersteine lesen, sich informieren. Langsam von Punkt zu Punkt fahren. Vor jedem Stolperstein habe ich gekniet, geputzt, habe einen Moment vergehen lassen, gelesen, verharrt, bin mit jungen und älteren Menschen ins Gespräch gekommen.
entspannt 2–3 Std 200 Höhenmeter
Entspannt. gut ausgebautes Fahrradwegenetz. Es geht einige Male rauf und runter, aber gut machbar.
spirituell kulturell
Gerade in dieser närrischen Zeit hieß es: sich Zeit nehmen, stehen bleiben, nachsinnen, nie wieder, und doch: in welcher Zeit leben wir jetzt? Wer wohnte früher an diesen Ort, hat gelebt, gelacht, war verunsichert, ist geflohen, hatte Hoffnung, ist umgebracht worden,
Hermann-Löns Weg 45, Solingen: am städischen Friedhof am Hermann-Löns Weg gibt es genügend Parkplätze, um zu starten.
für Solingen ist es gut, sich im Internet über die Geschichte der Stolpersteine zu informieren.
Hermann-Löns Weg 45: Otto Winkels wurde 1922 geboren und war wohnhaft in Solingen. Er wurde 1935 zwangssterilisiert und 1936 in die Heilanstalt Galkhausen eingewiesen. Nach der Deportation in die Tötungsanstalt Obrawalde wurde er dort am 17. Mai 1944 ermordet. Er wurde nur 22 Jahre alt.
Kiefernstraße 6: Oskar Strauss wurde am 8. September 1875 in Bochum geboren und war wohnhaft in Solingen. Ab 1938 nach dem Pogrom wurde er an einem unbekannten Ort inhaftiert, entrechtet und gedemütigt. Am 13. Januar 1939 wählte er den Freitod. Er wurde 64 Jahre alt.
Höhscheider Straße 135: Paul Rux wurde am 7. November 1910 in Wald (Heute Stadtteil von Solingen) geboren. 1925 trat er dem KJVD bei und war später auch Mitglied der KPD. Seit 1927 war er beim Jung-Frontkämpferbund. Am 10. Mai 1933 wurde er im KZ Kemna inhaftiert. Von Januar bis April 1934 war er zur Zwangsarbeit im KZ Börgermoor und anschließend wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt und von Juli bis November in Isolationshaft im Justizvollzugsanstalt Remscheid festgehalten. Er blieb auch nach der Entlassung im Widerstand und wurde 1942 erneut verhaftet und in das Strafdivision 999 überführt. Dadurch war er in Südfrankreich, Ägypten und Griechenland unterwegs. Nach der Kapitulation war er in englischer Kriegsgefangenschaft auf der Insel Rhodos. Er war danach weiter in der KPD und später DKP aktiv. Er starb am 10. November 1997. Er war verheiratet und hatte 2 Kinder. Er wurde 87 Jahre alt.
Fürker Str. 30: Georg Haberer, geboren 1903, ging früh in den Widerstand zum NS Regime, war bei der KPD aktiv, kam mit 30 Jahren in Schutzhaft, mit 32 Jahren wurde er erneut wg. Hochverrat verhaftet und kam in Zuchthaus Münster, in 1944 wurde er aus dem Zuchthaus Brandenburg-Görden befreit.
Dieser Stolperstein wurde erst am 24. Januar 2025 verlegt.
Roonstraße 14: Betty Pallas, geboren 1910, ging früh in den Widerstand gegen das NS-Regime, war in der KPD aktiv, wurde mit 24 Jahren 1934 verhaftet wg. Hochverrat, kam ins Gefängnis nacch Düsseldorf; wurde dort 1935 entlassen.
Wilzhaus 12: Ernst Wittke wurde 2 Jahre im Gefängnis Anrath inhaftiert und später deportiert, diente dann in einer Strafkompanie, bevor sich die Spuren am Don verlieren. Er wurde am 31. Dezember 1945 für tot erklärt. Er wurde 31 Jahre alt.
Rennpatt 6: Helene Krebs wurde am 12. September 1906 in Solingen geboren. Am 17. August 1942 wurde sie in das KZ Auschwitz deportiert, wo sie am 3. Januar 1943 ermordet wurde. Sie wurde 36 Jahre alt.
Hildener Str. 12: Hildegard Rubens wurde 1915 geboren und war wohnhaft in Solingen. Sie wurde 1935 zwangssterilisiert und 1936 in die Heilanstalt Galkhausen eingewiesen. Nach der Deportation in die Tötungsanstalt Hadamar wurde sie dort am 21. Mai 1941 ermordet
Düsseldorfer Str. 76: Julia Julie Coopmann wurde am 23. März 1882 in Linnich geboren, zog in den Kriegswirren 1916 zu ihrem Bruder David nach Solingen-Ohligs, um in dessen Herrenbekleidungsgeschäft als Verkäuferin zu arbeiten. Nach dem Tod von David am 12. Oktober 1937 wurde das Geschäft aufgelöst und Julie zog 1938 nach Köln, Neumarkt 25. Am 30. Oktober 1941 wurde sie in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert und kam dort am 6. Juni 1942 ums Leben. In Köln ist ein weiterer Stolperstein gesetzt worden.
Düsseldorfer Str. 46: Abraham Rosenbaum wurde am 14. Oktober 1884 in Rozniatow (ukr. Rozhniativ), Dolina/Galizien geboren. Im Oktober 1938 wurde er nach Polen abgeschoben und emigrierte dann nach Frankreich. Am 20. November 1943 wurde er von Drancy in das KZ Auschwitz gebracht, dort liegen keine weitere Informationen vor.
Lea Rosenbaum wurde am 22. Juni 1922 in Solingen geboren. Sie emigrierte mit ihrem Vater nach Frankreich. Am 20. November 1943 wurde sie von Drancy in das KZ Auschwitz gebracht, dort liegen keine weitere Informationen vor.
Düsseldorfer Str. 40: Jüdische Kaufleute
Düsseldorfer Str. 42: Jenny Davids geb. Strauss wurde am 23. November 1880 in Aschaffenburg geboren. Sie war wohnhaft in Köln, Berlin und Solingen. Am 29. Januar 1943 wurde sie von Berlin in das KZ Auschwitz gebracht
Georg Davids wurde am 11. Oktober 1878 in Hüls bei Krefeld geboren. Am 29. Januar 1943 wurde er von Berlin in das KZ Auschwitz gebracht,
Gerda und Walter Davids.
Düsseldorfer Str. 26: jüdische Kaufleute
Merkurstraße 34a: Willi Steeg wurde 59 Jahre alt und 1944 in Gestapohaft wegen Wehrkraftzersetzung hingerichtet.
Forststraße 16: Harry Bell Mills wurde am 8. Oktober 1901 in Wilnecote in England geboren. Er wurde am 15. September 1944 als Spion verhaftet und in das KZ Buchenwald deportiert, wo er am 18. März 1945 verstarb.
Hermann-Löns Weg 45, Solingen: Schüler der Weiße Rose AG, Ratsherren der Stadt; viele kümmern sich seit September 2004 bis heute aktiv um ihre "Stolpersteine". Ich war dabei nur ein "kleines Licht" mit Scheuermilch, Putzlappen und frischem Wasser.
putzen erlaubt, niederknien erlaubt, fotografieren erlaubt
Hier demnächst mehr Inhalt
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