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Zeitzeichen: 11 Stolpersteine an 8 Orten in Bergisch Gladbach Zeitzeichen: 11 Stolpersteine an 8 Orten in Bergisch Gladbach

Zeitzeichen: 11 Stolpersteine an 8 Orten in Bergisch Gladbach

Entfernung in Kilometer
35,2 km
Dauer in Stunden
3–4 Std
Steigung in Höhenmeter
430 Hm
Anzahl der Orte
13 Orte

Tourübersicht

Start Linie Ziel Bergisch Gladbach Schildgen Kirche Herz Jesu

Charakteristik

Rundtour städtisch Bergisches Land

Rundtour, hauptsächlich durch städtisches Gebiet. eine zeitgeschichtlich anregende Tour, die - wenn auch hier nur wenige - Stolpersteine zu besuchen (einzeln oder in einer Gruppe)

Schwierigkeitsgrad

anspruchsvoll 3–4 Std 430 Höhenmeter

Anspruchsvoll. bis auf die Gefällestrecke in Bensberg (vom Schloss zum Milchborntal) und dann die Anhöhe durch die Hardt ist die Tour mit 35 km zwar recht lang, aber gut in 3-4 Std. zu bewältigen.

Hintergrund

spirituell kulturell

In 2025 wurden 3 Stolpersteine in Bensberg und Refrath verlegt, mithin die ersten Stolpersteine in diesen Ortsteilen. Zeit, inne zu halten, auf die Stolpersteine zu sehen, sie zu säubern, den Geschichten dahinter nachzuspüren.
Gerade nach dem 20.07.1944, dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler, ist die Tour am 21.07. anregend und hat auch einige Höhenmeter durch die Hardt; wenn man nicht zum Stolperstein von Frau Stockhausen fährt, kann man in Bensberg auch direkt nach Bergisch Gladbach zurück fahren.

ProfilbildBuRe Kürten

Start

Zeitzeichen: Stolpersteine erfahren

Start
0 km

Altenberger Dom Straße, Schildgen

1

Stolperstein: Dr. Erich Deutsch

Kultur
0 km

Altenberger Dom Straße: Erich Deutsch wurde am 14. Juli 1877 als Sohn des Fabrikanten Louis Deutsch und seiner Ehefrau Maria, geb. Marcus in Berlin geboren. Nach Medizinstudium und Promotion zum Dr. med. lebte er 1903 als praktischer Arzt in Rudow und heiratete am 15. August 1903 Marie Betty Agnes Kohrs aus Berlin, geb. 25. April 1877. 1905 wurde in Berlin die Tochter Ilse, verheiratete Edelmann, geboren. Dr. Deutsch war 1929 in Wanne als Stadtmedizinalrat tätig. Er durfte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten als Medizinalrat nicht mehr praktizieren. Als ihn die Gestapo aus seiner Villa in Wanne-Eickel holte, konnte er sich zunächst noch frei bewegen. In Schildgen mietete er zusammen mit seiner Familie einen Bauernhof und lebte von den Erträgen. Am 15. November 1943 begann die Gestapo, Juden aus ihren Wohnungen zu holen. Familie Deutsch kam in die Baracke am Ahornweg. Erich Deutsch konnte fliehen und wurde von Freunden in Köln-Müngersdorf aufgenommen. Er kehrte jedoch freiwillig zu seiner Familie zurück, von wo er 1944 nach Theresienstadt deportiert wurde und dort am 5. Oktober infolge von Misshandlungen starb.

stolpersteine.wdr.de

2

Herz-Jesu-Kirche

Kirche
0,1 km

Schildgen

3

St. Clemens Kirche

Kirche
2,8 km

Bergisch Gladbach Paffrath

4

Stolperstein: Reinhold und Elfriede Koschkowitz

Kultur
6,1 km

An der Tent 2: Reinhold Herbert Joschkowitz wurde am 9. Februar 1894 als jüngster Sohn von Elise Joschkowitz in Magdeburg geboren. Reinhold, von Beruf Kaufmann, und seine Mutter Elise, geb. Wertheim waren seit 1918 in Bergisch Gladbach ansässig.1935 wohnten sie An der Tent 2. 1942 wurden Elise und ihr Sohn zunächst ins Gladbacher Ghettohaus und 1943 vom Sammellager Müngersdorf über Berlin nach Theresienstadt deportiert. Dort wurde Elise vorsätzlich mit Typhus infiziert, woran sie 1944 starb. Reinhold wurde in Theresienstadt befreit, kehrte an Tuberkulose schwer erkrankt nach Gladbach zurück und starb 1952.

geboren am 15. April 1859 in Lispenhausen. 1882 heiratete sie Adolph Joschkowitz, geb. 1855 in Köln, gestorben in Magdeburg am 15. Oktober 1896. Das Ehepaar hatte eine Tochter (Marie Sophie, geb. 1887) und mindestens vier Söhne: Paul Albert (1883–1918), Hugo (geb./gest. 1885), Carl Werner (1889 bis 1917) und Reinhold (geb. 1894) 1943 wurden Elise und ihr Sohn nach Theresienstadt deportiert.Dort wurde Elise vorsätzlich mit Typhus infiziert, woran sie 1944 starb.

5

Stolperstein: Henriette Zimmermann

Kultur
6,7 km

Ahornweg 9, Bergisch Gladbach: geboren am 26. Januar 1875 in Köln. Im Herbst wohnhaft in Bergisch Gladbach, Ahornweg, verwitwet. Von dort Zwangsumsiedlung in den Bereich des Stellawerks Bergisch Gladbach, Bensberger Str. 188. Von dort Deportation ins KZ Theresienstadt (angekommen am 28.7.1942). Weitertransport am 19.9.1942 nach Treblinka, dort ermordet.

6

Stolperstein Ernst Danzig und Erna Kahn

Kultur
7,9 km

Bensberger Straße 188 a: Ernst Simon Danzig wurde am 28. Dezember 1885 als Sohn von Hermann und Berta Danzig, geb. Steinhardt, in Neuwied. Von Beruf Chemiker lebte er bis 1939 in Bergisch Gladbach, Birkenbusch 13. Er war nicht verheiratet. Seit Frühjahr 1939 wohnte er gemeinsam mit der 1890 geborenen Hausangestellten Erna Kahn an der Bensberger Straße 188a. In dieses Haus wurden 1941 zwangsweise weitere jüdischstämmige Menschen aus Bergisch Gladbach eingewiesen. Als Ernst Danzig 1942 eine Mitteilung über die ihm bevorstehende Deportation erhielt, nahm er sich am 17. Juni 1942 durch Gift das Leben. Erna Kahn war bereits einen Tag zuvor in das Ghetto Theresienstadt deportiert worden, von wo sie am 23. Januar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz abtransportiert wurde. Für Ernst Danzig liegt auch in seiner Geburtsstadt Neuwied ein Stolperstein.

Erna Kahn wurde am 15. Mai 1890 in Neunkirchen / Saar als Tochter des Bäckermeisters Joseph Kahn und seiner Frau Henriette, geb. August geboren.Sie war unverheiratet und tätig als Hausangestellte in Bergisch Gladbach. Am 16. Juni 1942 wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, von dort am 23. Januar 1943 nach Auschwitz, wo sie ermordet wurde.

7

Stolperstein: Harry Freymuth

Kultur
8,6 km

Hüttenstraße 40, Bergisch Gladbach: Caecil Harry Freymuth, geboren am 21. November 1881 in Labiau (jetzt Polessk) als Sohn des jüdischen Ehepaars Arthur Freymuth (Kaufmann) und Auguste, geb. Löwenstein. Evangelisch getauft am 25.6.1895 in der Kirchengemeinde Königsberg Altroßgarten. 1905 tätig als Bankbeamter in Charlottenburg (Berlin). Verheiratet am 24. Oktober 1905 in Königsberg mit Klara Gertrude Margarethe Favre, geb. 21.11.1884. Wohnhaft in Bendorf-Sayn (Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt) und Bergisch Gladbach, Hüttenstr. 40 (Datum unbekannt). Deportiert am 15.10.1943 von Berlin nach Theresienstadt. Dort im April 1944 gestorben

8

Stolperstein: Maria Herbrand

Kultur
11,9 km

An der Wolfsmaar 11: Sie gilt als behindert oder psychisch krank – zumindest in den Augen der nationalsozialistischen Ideologie und wird deshalb später im Nationalsozialismus verfolgt. Maria wird in Hadamar am 02.05.1941 ermordet. Sie wurde 50 Jahre alt.

9

Stolpersteine Winogradow und Wladimirow

Kultur
15,9 km

Schloßstraße 44 in Bensberg: Am 25. Dezember 1925 kommt Walery Winogradow in Berdjansk in der heutigen Ukraine zur Welt. Im Zweiten Weltkrieg wird er als Zwangsarbeiter nach Deutschland deportiert. Zu diesem Zeitpunkt ist er noch keine 20 Jahre alt. 1944 erreicht Walery nach tagelanger Fahrt in einem Güterzug den Bahnhof Köln-Deutz. Bei dem Unternehmen Glanzstoff-Courtaulds in Köln-Weidenpesch muss er Fallschirme für die deutsche Wehrmacht anfertigen. Spätestens dort begegnet er Konstantin Wladimirow, mit dem er sein weiteres Schicksal teilen wird.

Am 18. November 1944 schickt das Arbeitsamt Köln Walery nach Bensberg. Dort muss er mit Konstantin für das städtische Tiefbauamt zwangsarbeiten. Unter anderem baut er dabei Luftschutzstollen. Untergebracht werden sie im Rheinischen Hof in der heutigen Schlossstraße 46–50. Ein Kinosaal dient zu der Zeit als provisorisches Zwangsarbeiterlager. Es fehlt an Nahrung und fließendem Wasser. Die hygienischen Bedingungen sind sehr schlecht. Harte Arbeit und das Schlafen auf Holzpritschen verschärfen ihre Lage. Offiziell gilt ihre Arbeit als "entlohnt". Doch Lohnrechnungen zeigen: Nach Abzügen für Kleidung, Unterkunft und Versicherungen bleibt kaum etwas übrig. Laut Sterberegister werden Walery und Konstantin am 22. März 1945 um 20 Uhr im Bensberger Schlosspark erschossen. Erst Monate später werden sie auf dem Bensberger Friedhof beigesetzt. Wo ihre Leichname zwischenzeitlich verscharrt waren, ist unbekannt.

Zeitnahe Originaldokumente fehlen. Alle vorliegenden Dokumente entstanden erst nach Kriegsende. Zum Tathergang findet sich im Bundesarchiv bisher lediglich eine Quelle. Darin heißt es, die beiden seien "im Schloss beim Weindiebstahl ertappt" und "auf der Flucht von fremder auswärtiger Hitlerjugend" erschossen worden. Diese Darstellung ist weder durch weitere Dokumente noch durch Zeugenaussagen belegt und nur unvollständig zitiert. Verfasst wurde sie erst am 24. Januar 1948 vom Bensberger Bürgermeister – offenbar, um den NSDAP-Ortsgruppenleiter Max Müller in einem alliierten Schiedsgerichtsverfahren gegen Kriegsverbrecher zu entlasten. In einer neu entdeckten Quelle im Kölner NS-Dokumentationszentrum berichtet der ehemalige Zwangsarbeiter Semjon Gryzak, dass er zur Tatzeit im Schloss war. Seine Aussage legt nahe, dass Walery und Konstantin nicht auf der Flucht erschossen, sondern im Schlosspark exekutiert wurden. Der Mord an den beiden Bensberger Zwangsarbeitern ist bis heute nicht aufgeklärt. Täter und Befehlsgeber wurden nicht ermittelt; die Tat bleibt ungesühnt.

10

Stolperstein: Gertrud Stockhausen

Kultur
22,8 km

Bärbroich 17: Gertrud Stockhausen, geb. Stupp, die Mutter des Komponisten Karlheinz Stockhausen, wurde am 30. November 1900 in Neurath (Grevenbroich), geboren als viertes von acht Kindern des Bauern Christian Strupp und seiner Ehefrau Maria Gertrud, geb. Schnitzler, geboren. 1927 heiratete sie den Volksschullehrer Simon Stockhausen, der seit Oktober 1932 an der Schule in Bärbroich unterrichtete. Zu dieser Familie gehörten drei Kinder: der 1928 geborene Karlheinz, die ein Jahr später geborene Anna Katharina und schließlich der 1932 geborene Hermann Josef, der im Alter von nur neun Monaten 1933 sterben sollte.

1932 zeigten sich bei Gertrud Stockhausen Zeichen einer psychischen Erkrankung, die im Dezember dieses Jahres zu einem Selbstmordversuch führte. Am 21. Dezember 1932 wurde Gertrud Stockhausen in die Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Galkhausen bei Langenfeld gebracht, wo sie bis 1941 lebte.
Am 27. Mai 1941 wurde sie zusammen mit 89 anderen Menschen in einem grauen Omnibus in die Tötungsanstalt Hadamar in Hessen-Nassau gebracht und im Rahmen der Aktion T4 getötet.

11

Rochus Kapelle

Kapelle
26,7 km

Herkenrather Straße

12

Villa Zanders

Kultur
29,9 km
13

Atelie Eugen Ignatius

Kultur
30,6 km

Reuterstraße

Ziel

Zurück in die NS Geschichte

Ziel
35,2 km

Bergisch Gladbach Schildgen, Herz-Jesu Kirche: Tourstart an der neu geschaffenen Metallsteele für Dr. Erich Deutsch, wofür in der Einfahrt zur Sparkasse auch ein Stolperstein verlegt wurde.

stolpersteine.wdr.de

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