„Was sind Engel?“

Engel, lat. Angelus, Boten Gottes.

In der Bibel wird von Engel als Boten Gottes erzählt. Engel kommen aus der nächsten Umgebung Gottes, als seine Stellvertreter.

Die ersten Engel, die in der Bibel genannt werden, sind die Kerubim, die von Gott vor das Paradies gestellt wurden und den Zugang verwehren. Engel werden auch als zum Hofstaat Gottes gehörend beschrieben: z. B. Seraphinen und Cherubinen.

Begegnungen mit Engeln werden oft als Gottesbegegnungen geschildert. In einigen Geschichten des Alten Testaments wird zwischen Gott und Engel gewechselt: Mal spricht Gott, dann wieder ein Engel (Gen. 22, 1-19 Abrahams Opfer). Bis heute ist unklar, warum die Verfasser diesen Wechsel vorgenommen haben.

In der Bibel werden einige Engel mit Namen genannt: z. B. Rafael (Gott hat geheilt) im Buch Tobit, und Gabriel (Gott ist stark) Lukas 1,26-38.
Es gibt Engel im Alten Testament, die den Menschen Mut machen sollen, die Taten, die Gott und die Menschen von ihnen erwarten, zu vollbringen.
Im Buch der Richter kommt ein Engel zu Gideon, um ihm Mut zu machen gegen die Midianiter zu kämpfen (Richter 6,11-21). Es gibt auch Engel, die schützen und helfen – so wie es Hagar, die ägyptische Sklavin Abrahams, erleben durfte (Gen. 16,1-15; 21, 9-21; 25,12-18).
In der Geschichte des Buches Tobit spielt der Engel Rafael (Gott heilt) eine zentrale Rolle.
Die Engel Gottes warnen Lot und die Seinen vor der Zerstörung Sodoms und Gomorra (Gen. 19, 1-22).
Diese Geschichten haben sicher auch zum landläufigen Bild vom „Schutzengel“ beigetragen.

In den Weihnachtserzählungen spielen die Engel als Boten Gottes eine große Rolle. Ein Engel erscheint zunächst Zacharias und kündigt ihn die Geburt eines Sohnes an (Lukas 1, 11 – 20), Gabriel bringt Maria die frohe Botschaft (Lukas 1, 26-38) und die Engel verkünden den Hirten die Frohe Botschaft und den Frieden auf Erden (Lukas 2, 9-14). Josef erscheint der Engel des Herrn im Traum (Matthäus 1,18-25). Diese Geschichte liegt der Materialsammlung bei.

Nach der Auferstehung verkünden Engel die Botschaft im leeren Grab (Lukas 24, 1-12) und in der Apostelgeschichte werden die Apostel von einem Engel aus dem Gefängnis gerettet (Apostelgeschichte 5, 17-21a).

So ziehen sich die Geschichten der Engel Gottes mit den Menschen durch die Bibel. Engel sind etwas Besonderes, sie kommen aus Gottes Nähe und bringen Ihn den Menschen und die Menschen Ihm nahe.
Menschen verspüren auch in unserer heutigen Zeit den Wunsch, Gottes Nähe zu fühlen, Schutz zu erfahren und Sicherheit für ihr Handeln zu finden. Die große Beliebtheit von Engeln in der Esoterik, in allerlei Unterhaltungsfilmen, in Kunst und Kitsch aber auch in der christlichen Literatur zeugt von diesen Wünschen der Menschen. Weil aber Engel – wie gezeigt – nichts Alltägliches sondern eben etwas Besonderes sind taugen sie schwerlich für alles und jedes, wenngleich auch in unseren Tagen Begegnungen mit „Engeln“ nicht auszuschließen sind.

Zu den Engeldarstellung in der Kirche in Fellerdilln:
Der Engel mit offenem Mund und gefalteten Händen ist namentlich nicht spezifizierbar. Man könnte ihn als adorierend und zugleich singend und preisend bezeichnen.
Der Engel mit Kelch steht in der Tradition von Engeln mit den Arma Christi. Zum einen weist die Darstellung auf den Engel mit dem Kelch am Ölberg hin – dieser Kelch ging an Christus nicht vorüber. Zum anderen dient der Kelch Engeln dazu, das Blut des Gekreuzigten aufzufangen. Alte Bildbeispiele z.B. aus der Spätgothik zeigen das sehr oft. Der Kelch ist also auch Hinweis auf die Eucharistie und damit Symbol der Gnade.
Der Engel mit dem Drachen und dem Kreuzstab ist zweifellos der hl. Michael. Der zweite Querbalken am oberen Kreuzende mag die gesteigerte geistliche Gewalt betonen.


DIE „HIMMLISCHE HIERARCHIE" nach Dionysius Areopagita und Thomas von Aquin:
Der gesamte Kosmos ist von göttlicher Kraft durchdrungen und wohlgeordnet - das ist Grundanliegen der Autoren. Zugleich legitimieren sie damit auch kirchliche als Abbild der göttlichen Ordnung.

SERAPHIM: Leitet sich vom hebräischen „saraph" ab („brennen"). Höchste Stufe der Hierarchie, sie sind Gott am nächsten und repräsentieren Licht, Liebe und Reinheit.

CHERUBIM: Ihr Name bedeutet „Fülle der Erkenntnis" oder „Ergießung der Weisheit". Sie haben die Fähigkeit, Gott zu sehen und werden deshalb oft mit vielen Augen dargestellt.

THRONE: Verkörpern Lebensenergie und den kosmischen Willen. Darstellung häufig als feurige Räder oder mit einer Krone, auf Wolken sitzend.

HERRSCHAFTEN: Ihre Energie ist reine Gnade, sie verzeihen alles und lenken die Welt nach dem göttlichen Plan.

MÄCHTE: Regiert vom Erzengel Michael, unterstützen sie das Gute und können Geschehnisse bewirken, die als Wunder bezeichnet werden.

GEWALTEN: Sie sorgen dafür, dass die göttlichen Pläne umgesetzt werden und das Böse nicht überhand nimmt.

FÜRSTENTÜMER: Auch Urkräfte genannt, schützen sie die Menschheit und fördern deren Entwicklung.

ERZENGEL (MICHAEL, GABRIEL UND RAPHAEL): Die drei Erzengel verfügen über gewaltige Energien und übermitteln den Menschen göttliche Botschaften.

MICHAEL: (hebr. „Wer ist wie Gott?") vertrieb den gefallenen Engel Luzifer aus dem Himmel und verwies Adam und Eva aus dem Paradies. Häufig wird er dargestellt mit Rüstung, Flammenschwert und Seelenwaage, da er die Seelen empfängt und deren gute und böse Taten gegeneinander abwiegt.

GABRIEL: (hebr. „Gott ist Macht") erscheint, wenn Menschen vor einem Neuanfang stehen. Er ist der Schutzpatron der Briefträger, 1951 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Schutzheiligen des Rundfunk- und Fernmeldewesens.

RAPHAEL: (hebr. „Gott heilt") erscheint, um Trost zu spenden. Im Mittelalter wurde er zum Inbegriff des Schutzengels. Er wird oft mit Pilgerstab dargestellt und gilt als Schutzengel der Reisenden.

ENGEL: Als „Angeloi" („Boten") stehen sie in direktem Kontakt zu den Menschen; sie repräsentieren die niedrigste Stufe der Hierarchie.


Hier ein Link zu einem Lied auf youtube, das Sie am Anfang der Tour hören können:
www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=Cymlsm8E6vU

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